
Enger Putin-Vertrauter und Kandidat für Nachfolge verstorben

Der ehemalige russische Verteidigungsminister und Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, Sergei Iwanow, ist am Freitag im Alter von 73 Jahren verstorben. Die Todesnachricht vermeldete die Basketballliga "WTB United League", deren Mitgründer und Ehrenpräsident der Ex-Minister war, auf ihrem Telegramkanal. Die Todesursache wurde indes nicht mitgeteilt.
Iwanow, der wie Wladimir Putin in Leningrad zur Welt kam, galt eine Zeit lang als einer der "starken Männer" im Hintergrund, als Lobbyist der Interessen der Armee und der Sicherheitsorgane, und während der ersten zwei Amtszeiten von Putin als potentieller Kandidat für die Nachfolge im Präsidentenamt. Politikexperten bezeichneten ihn als "klassische Nummer Zwei" im Staat. Iwanows bis vor kurzem bestehende Mitgliedschaft im Nationalen Sicherheitsrat wurde als Verbleib in der "Kaderreserve" auf höchster Ebene gewertet.

Seine berufliche Laufbahn begann 1975 beim KGB, wo er in der für die Auslandsaufklärung zuständigen Abteilung Karriere machte. Auslandseinsätze absolvierte er in Finnland und Kenia, arbeitete jedoch überwiegend im Innendienst – in der analytischen Abteilung. Im August 1998 wurde er zum Stellvertreter des FSB-Direktors ernannt, Direktor war damals Wladimir Putin.
Iwanow amtierte vom 28. März 2001 bis zum 15. Februar 2007 als Verteidigungsminister. Am 16. Februar 2007 wurde er zum Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt. Von 2011 bis 2016 war er Leiter der Präsidialverwaltung. Am 12. August 2016 wurde er zum Sonderbeauftragten des Präsidenten für Umweltschutz und Verkehr ernannt – eine Funktion, der er bis zum 4. Februar 2026 ausübte.
Ende Februar 2026 wurde Iwanow, auf eigenen Wunsch und offenbar aus gesundheitlichen Gründen, als Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates demissioniert. Sein letztes öffentliches Amt war der Ehrenvorsitz der Basketballliga.
Da Sergei Iwanow in der Zeit nach Beginn des Betriebs von RT DE nur noch in der russischen Innenpolitik öffentlich sichtbar war, ist er unseren Lesern nur als Chefkurator der Russischen Militärhistorischen Gesellschaft begegnet. Seine Rolle und seine Verdienste um den russischen Staat waren jedoch weitaus größer als diese relative Stille vermuten lässt.
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