Liveticker Ukraine-Krieg: Selenskij spricht von US-Garantien nach NATO-Vorbild

20.10.2026 22:00 Uhr
22:00 Uhr
Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!
21:59 Uhr
Kriegskorrespondent berichtet: "Die Front bricht an allen Enden auseinander"

Ein Einsatz der Drohnenabwehrgruppe der Spezialeinheit Achmat der russischen Truppengruppe Nord im Raum Sumy.Sergei Bobylew/RIA Nowosti / Sputnik Am vergangenen Wochenende stellte die russische Armee einen Rekord auf: Der Chef des Generalstabs Waleri Gerassimow berichtete dem Präsidenten von acht befreiten Ortschaften. Militärkorrespondent Andrei Koz hat für RIA Nowosti die Ereignisse rekapituliert und strategisch eingeordnet.
Lesen Sie dazu mehr hier auf unserer Webseite.21:54 Uhr
Russische Luftabwehr fängt tagsüber 90 ukrainische Drohnen ab
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hat die russische Luftabwehr innerhalb von zwölf Stunden 90 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Diese seien über den Gebieten Brjansk, Belgorod, Kursk und Woronesch, über der Teilrepublik Krim sowie über dem Schwarzen Meer vom Himmel geholt worden, teilte das Ministerium am Dienstag mit.
21:45 Uhr
LVR: Vier Verletzte bei ukrainischem Angriff auf Linienbus
Bei einem Angriff der ukrainischen Streitkräfte auf einen Linienbus in der Volksrepublik Lugansk sind ersten Angaben zufolge vier Menschen verletzt worden. Dies teilte der Republikchef Leonid Passetschnik auf der Plattform Max mit.
Der Bus war auf der Strecke Rostow am Don – Stachanow unterwegs. Der Angriff ereignete sich am Abend auf der Straße zwischen Lugansk und Perewalsk nahe der Ortschaft Michailowka. Laut Passetschnik befanden sich zehn Fahrgäste und ein Fahrer im Bus.
Die Verletzten seien umgehend in medizinische Einrichtungen gebracht worden. Alle zuständigen Dienste seien im Einsatz, um den Verletzten und den übrigen Fahrgästen zu helfen.
21:35 Uhr
Trump räumt russische militärische Erfolge in der Ukraine ein
US-Präsident Donald Trump hat die russischen Geländegewinne in der Ukraine hervorgehoben. Russland sei "eine große Maschine", die sich langsam, aber stetig vorwärtsbewege, sagte er bei einer Veranstaltung im Weißen Haus. Russland habe ein "sehr großes Stück Land" unter seine Kontrolle gebracht, so Trump.
"Man kann sagen, dass es der Ukraine gut oder schlecht geht. Aber das von Russland kontrollierte Gebiet wird Woche für Woche größer. Sie rücken einfach weiter vor."
Trump äußerte zudem die Einschätzung, dass Moskau eine Beilegung des Ukraine-Konflikts anstrebe. Zugleich forderte er den ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij auf, eine Vereinbarung zur Beilegung des Konflikts zu schließen.
"Wir wollen, dass Selenskij einen Deal abschließt. Er kann einen Deal abschließen."
Selenskij hätte nach Trumps Ansicht bereits vor zwei Jahren eine Vereinbarung zu deutlich günstigeren Bedingungen erreichen können. Er verwies dabei auf das Treffen im Oval Office, an dem auch US-Vizepräsident JD Vance teilgenommen hatte. Damals hätte Selenskij einen guten, möglicherweise sogar einen wesentlich besseren Deal abschließen können als den, der ihm heute noch offenstehe. Ein persönliches Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Selenskij hält Trump für keine Voraussetzung einer Einigung.
"Sie müssen dafür nicht im selben Raum sein. Ich denke, sie können das auch auf anderem Wege erreichen."
Trump erklärte außerdem, Europa sei des Ukraine-Konflikts überdrüssig und habe bereits ein Vermögen dafür ausgegeben. Die bisherige US-Unterstützung für die Ukraine habe nach seinen Worten lediglich Leid, Tod und enorme finanzielle Verluste verursacht.
21:22 Uhr
US-Journalist Christopher Helali tritt Dienst bei Spezialeinheit "Achmat" an
Der US-amerikanische Journalist Christopher Helali hat seinen Dienst bei der russischen Spezialeinheit "Achmat" angetreten. Er befindet sich bereits im Einsatzgebiet der russischen militärischen Sonderoperation in der Ukraine. Dies teilte er der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit.
Am Dienstag hatte Apti Alaudinow, Kommandeur der Spezialeinheit "Achmat" und stellvertretender Leiter der Hauptverwaltung für militärpolitische Arbeit der russischen Streitkräfte, mitgeteilt, dass Helali eine Ausbildung absolviert und einen Vertrag mit der Einheit des russischen Verteidigungsministeriums unterzeichnet habe.
Der Journalist hatte Russland und den Donbass bereits mehrfach besucht. Im Mai war er in Starobelsk, wo die Ukraine ein Ausbildungsgebäude und ein Wohnheim einer Berufsschule angegriffen hatte. Zuvor hatte er das Gebiet Kursk nach dem Einmarsch ukrainischer Einheiten besucht. Im Juni erklärte Helali am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg gegenüber RIA Nowosti, er habe einen Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit der Bitte um die russische Staatsbürgerschaft geschickt und hoffe, diese in den kommenden Monaten zu erhalten.
21:11 Uhr
Kyiv Independent: Ungarn blockiert nächsten Schritt auf dem Weg zum EU-Beitritt der Ukraine
Ungarn hat nach einem Bericht der Zeitung Kyiv Independent den nächsten Schritt im EU-Beitrittsprozess der Ukraine und Moldaus blockiert.
Bislang hat Brüssel mit Kiew Verhandlungen über vier der sechs thematischen Clustern aufgenommen. Offen sind noch die Bereiche "Grüne Agenda und nachhaltige Vernetzung" sowie "Ressourcen, Landwirtschaft und Kohäsion". Am 20. Oktober trafen sich technische Experten aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten, um über die Freigabe der beiden verbleibenden Cluster zu beraten.
"Ungarn hat diesen Schritt blockiert", zitiert das Blatt europäische und ukrainische Diplomaten. Ungarische Vertreter hätten keine konkreten Gründe genannt, zugleich aber betont, dass sich die Haltung ihres Landes zum EU-Beitritt der Ukraine und Moldaus nicht geändert habe.
Anfang Juni hatte der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar erklärt, Budapest werde den EU-Beitritt der Ukraine nicht blockieren, nachdem Kiew zugestimmt habe, die Rechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien wiederherzustellen. Zugleich sprach sich Magyar gegen beschleunigte Beitrittsverfahren aus und betonte, dass die Aufnahme neuer Mitglieder nach dem Leistungsprinzip erfolgen müsse.
20:57 Uhr
Polen hat keine Patriot-Raketen für die Ukraine
Wie Außenminister Radosław Sikorski mitteilte, verfügt Polen über keine Raketen für das Luftabwehrsystem Patriot, die es an die Ukraine abgeben könnte. Nach den Angriffen auf Iran habe sich der Mangel an Abfangraketen verschärft. Russland produziere mehr Raketen, als der Westen abfangen könne, so Sikorski gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur PAP.
Innerhalb der NATO gebe es zwar Länder, die noch Patriot-Raketen an die Ukraine liefern könnten. Polen gehöre jedoch nicht dazu. Der Außenminister räumte ein:
"Polen unterstützt die Ukraine so weit wie möglich. In diesem Fall können wir uns jedoch nur den Appellen anschließen, dass Staaten, die über Patriot-Raketen verfügen, diese mit der Ukraine teilen."
Zuvor hatte der Vizemarschall des Sejm, Krzysztof Bosak von der nationalistischen und euroskeptischen Partei Konfederacja, erklärt, dass Polen der Ukraine bereits eigene Patriot-Raketen überlassen hat, die Warschau ursprünglich für den Aufbau seiner nationalen Luftverteidigung gekauft habe.
20:40 Uhr
Kallas wirft US-Unterhändlern vor, Kiew zur Kapitulation drängen zu wollen
Die US-Unterhändler versuchten seit etwa eineinhalb bis zwei Jahren, die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen. Dies erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas während einer Plenardebatte im Europäischen Parlament in Straßburg. Eine Videoaufzeichnung der Sitzung ist auf der offiziellen Website der Europäischen Kommission verfügbar.
Kallas zufolge habe die Ukraine nur dank der Unterstützung der Europäischen Union nicht kapituliert. Zudem müsse Europa einen Platz am Verhandlungstisch erhalten, um den Dialog auszugleichen.
Der russische Außenminister Sergei Lawrow hatte erklärt, Moskau mache sich keine Illusionen über die tatsächlichen Absichten der EU hinsichtlich ihrer Beteiligung an einer Lösung des Ukraine-Konflikts. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, warf den europäischen Ländern vor, immer wieder einen Platz am Verhandlungstisch zu fordern, zugleich aber die Position Russlands nicht hören zu wollen.
20:22 Uhr
Medien: Patriot-Raketenmangel könnte Ukraine-Konflikt entscheidend beeinflussen
Ein Mangel an Abfangraketen für das Luftabwehrsystem Patriot könnte zusammen mit strengen Frösten, einem beschädigten Stromnetz und wachsenden Spannungen zwischen Kiew und Washington zu einem Wendepunkt im Ukraine-Konflikt führen. Dies schreibt das kroatische Nachrichtenportal Advance:
"Einige Tage ohne Abfangraketen werden zu einer akuten logistischen Krise führen. Einige Monate ohne Nachschub könnten in Verbindung mit strengen Frösten, dem ohnehin beschädigten Energiesystem und dem politischen Konflikt zwischen Kiew und Washington zu einem Wendepunkt werden, ohne dass sich an der Frontlinie etwas grundlegend verschiebt."
Auch die europäischen Verbündeten Kiews könnten den Mangel nicht beheben. Zwar könne Europa US-Raketen finanzieren, ohne Zustimmung Washingtons aber nicht selbst liefern. Europäische Technologien könnten die amerikanischen Systeme zudem nicht vollständig ersetzen.
Zuvor hatte die Washington Post unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, dass die US-Regierung einer Lieferung von Abfangraketen für das Patriot-System an Kiew nicht zugestimmt habe.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.
