Liveticker Iran-Krieg – Araghtschi: "Projekt Freedom" gleichbedeutend Stillstand in Verhandlungen

5.05.2026 08:44 Uhr
08:44 Uhr
Berlin attackiert Teheran als politischen "Geiselnehmer" und formuliert Forderungen
Das Regierungsviertel in Berlin schaltet sich in die stockenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran ein und ermahnt auf X direkt die politische Führung in Teheran.
In einem mehrteiligen Beitrag veröffentlicht das Kanzleramt am gestrigen Abend mehrere Forderungen vor dem Hintergrund ungeklärter Drohnen- und Raketenereignisse in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese werden seitens Berlins als Angriffe der iranischen Armee "aufs Schärfste verurteilt". Weiter heißt es:
"Teheran muss an den Verhandlungstisch zurückkehren und aufhören, die Region und die Welt zur Geisel zu nehmen: Die Blockade der Straße von Hormus muss enden. Teheran darf keine Nuklearwaffe bauen. Es darf keine weiteren Drohungen und Angriffe gegen unsere Partner geben."
Tehran must return to the negotiating table and stop holding the region and the world hostage: The blockade of the Strait of Hormuz must end. Tehran must not acquire a nuclear weapon. There must be no further threats or attacks against our partners.
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) May 4, 202608:30 Uhr
Araghtschi: "Projekt Freedom" gleichbedeutend mit Stillstand in Verhandlungen
Zu Wochenbeginn kündigte US-Präsident Donald Trump die als "Projekt Freedom" bezeichnete Maßnahme des US-Militärs an, die geplante militärische Begleitung von festgesetzten Handelsschiffen in der Straße von Hormus.
Teheran protestierte umgehend gegen die jüngste Ankündigung Washingtons. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte dazu am späten Montagabend, dass dieses Vorgehen möglichen Konsultationen schade, und schrieb auf X, auch unter Bezug auf die gestrigen Explosionen in den Vereinigten Arabischen Emiraten:
"Die Ereignisse in Hormus machen deutlich, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gibt. Da die Gespräche dank der großzügigen Bemühungen Pakistans Fortschritte machen, sollten die USA darauf achten, nicht erneut von böswilligen Kräften in einen Sumpf hineingezogen zu werden. Das Gleiche gilt für die Vereinigten Arabischen Emirate."
Events in Hormuz make clear that there's no military solution to a political crisis.As talks are making progress with Pakistan's gracious effort, the U.S. should be wary of being dragged back into quagmire by ill-wishers. So should the UAE.Project Freedom is Project Deadlock.
— Seyed Abbas Araghchi (@araghchi) May 4, 2026Abschließend heißt es:
"Das 'Projekt Freedom' ist ein 'Projekt Stillstand'."
4.05.2026 21:22 Uhr
21:22 Uhr
Iran: Kein Angriff auf die Vereinigten Emirate
Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, es habe einen iranischen Angriff mit Drohnen und Raketen gegeben, bei dem auch ein Brand in den Erdölanlagen in Fujairah ausgebrochen sei. Ein Großteil der Drohnen sei von einem israelischen Luftabwehrsystem abgefangen worden.
Bei den Angriffen seien drei indische Arbeitskräfte verletzt worden. Das Außenministerium der Emirate bezeichnete dies als "gefährliche Eskalation" und erklärte, man behalte sich das "volle und legitime Recht" vor, auf die Angriffe zu reagieren.
Die Schulen in den Emiraten kehren wieder zum Fernunterricht zurück, wie bereits vor dem Waffenstillstand. Auch der Golfkooperationsrat verurteilte die Angriffe.
Iran erklärte jedoch auch in diesem Fall, keinen Angriff durchgeführt zu haben. Gegenüber dem iranischen Staatssender IRIB sagte ein führender Offizier: "Iran hat keine Pläne, die Emirate ins Visier zu nehmen."
Damit bleibt weiterhin völlig unklar, ob etwas geschehen ist – und wenn ja, was.
21:00 Uhr
USA und Golfstaaten arbeiten an neuer Sicherheitsratsresolution
Der UN-Botschafter der Vereinigten Staaten, Mike Waltz, erklärte, die USA arbeiteten gemeinsam mit den Golfstaaten an einem neuen Entwurf für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats. Diese werde Iran für die Sperrung der Straße von Hormus als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe verurteilen, sagte er.
Der Entwurf werde Iran voraussichtlich auffordern, Angriffe auf Schiffe, Versuche, Durchfahrtgebühren zu erheben, sowie die Platzierung von Minen zu unterlassen.
Der Resolutionsentwurf richte sich laut Waltz vor allem gegen "das Verminen internationaler Wasserstraßen und die Erhebung von Gebühren, von denen alle Volkswirtschaften der Welt betroffen sind, insbesondere jene in Asien".
Ein anderer Resolutionsentwurf, der ebenfalls vor allem Iran verurteilen sollte, scheiterte im vergangenen Monat am Veto Russlands und Chinas. Es ist kaum vorstellbar, dass dieser Entwurf ein anderes Schicksal nehmen wird.
Iran argumentiert in diesem Zusammenhang damit, dass es die UN-Seerechtskonvention nie unterzeichnet habe. Wird diese nicht angewendet, grenzen bei einer Breite von 24 Seemeilen zwei Hoheitsgebiete unmittelbar aneinander. Eine freie Durchfahrt ist in diesem Fall nur unter Berufung auf Gewohnheitsrecht möglich.
20:15 Uhr
Trump bei Fox News: Iran wird "vom Angesicht der Erde gefegt"
Die Drohung hatte US-Präsident Donald Trump zuvor bereits geäußert, inzwischen wiederholte er sie in einem Interview mit Fox News: "Iran wird 'vom Angesicht der Erde gefegt', wenn er US-Schiffe angreift, die das Projekt Freiheit ausführen."
Es würden weiterhin US-Truppen in der Region gesammelt. "Wir haben mehr Waffen und Munition und von besserer Qualität, als wir vorher hatten", erklärte er. "Wir haben all diese Stützpunkte überall in der Welt. Sie alle sind voller Ausrüstung."
In einer Nachricht auf Truth Social forderte er Südkorea auf, sich dem "Projekt Freiheit" anzuschließen, und erklärte: "Wir haben sieben kleine Boote, oder, wie sie sie gern nennen, 'schnelle' Boote, versenkt. Das ist alles, was sie noch hatten."
Er kündigte für morgen Vormittag eine Pressekonferenz mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, Dan Caine, an.
19:39 Uhr
UKMTO bestätigt Treffer auf Tanker
Die maritime Handelsorganisation Großbritanniens (UKMTO), die weltweit Warnungen für den Schiffsverkehr veröffentlicht, bestätigte, dass ein Tanker sieben Seemeilen nördlich von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten von Projektilen getroffen worden sei.
Ein Frachtschiff 36 Seemeilen nördlich von Dubai habe zudem einen Brand in seinem Maschinenraum gemeldet, dessen Ursache jedoch unklar sei. Auf einem weiteren Schiff, 14 Seemeilen westlich von Mina Saqr, sei es ebenfalls zu einem Brand unbekannter Ursache gekommen.
19:15 Uhr
Hormus: Gefecht der Worte oder Gefecht mit Waffen?
Nachdem iranische Stellen heute erklärt hatten, man habe einen US-Zerstörer – wenn auch als Warnschuss – unter Raketenfeuer genommen, was von den USA bestritten wurde, erklärte nun die US-Seite, zwei Handelsschiffe unter US-Flagge hätten die Straße von Hormus durchquert. Dies wurde wiederum von iranischer Seite bestritten.
U.S. Navy guided-missile destroyers are currently operating in the Arabian Gulf after transiting the Strait of Hormuz in support of Project Freedom. American forces are actively assisting efforts to restore transit for commercial shipping. As a first step, 2 U.S.-flagged merchant… pic.twitter.com/SVDxDhK72I
— U.S. Central Command (@CENTCOM) May 4, 2026Gleichzeitig erklärte das US-CENTCOM, man habe sechs iranische Schnellboote zerstört. Beide Seiten gaben damit an, heute aufeinander gefeuert zu haben.
Währenddessen befindet sich Admiral Brad Cooper, der Kommandeur des US-CENTCOM, zu Besuch auf der USS Tripoli, einem von zwei Landungsschiffen, die in die Golfregion verlegt worden waren. Zuvor soll er die Region vor und in der Straße von Hormus mit einem Hubschrauber überflogen haben.
Brad CooperSenior Chief Petty Officer Amanda Dunford 17:25 Uhr
VAE: Raketen aus Iran abgefangen
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums der VAE wurden vier Raketen aus Iran abgefeuert, von denen drei abgefangen wurden und eine ins Meer stürzte.
Die Nationale Behörde für Notfall-, Krisen- und Katastrophenmanagement der VAE hatte zuvor eine Warnung herausgegeben, dass ihre Luftabwehrsysteme auf eine Raketenbedrohung reagieren würden.
Dies folgt auf eine ähnliche Warnung vor etwa drei Stunden ‒ die erste ihrer Art seit Inkrafttreten des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran.
17:10 Uhr
Israel droht sechs weiteren libanesischen Ortschaften mit Zwangsräumung
Das israelische Militär hat angekündigt, Angriffe auf die libanesischen Ortschaften Nabatieh al-Fawqa, Mayfadoun, Qalaouiyeh, Burj Qalaouiyeh, al-Majadel und Srifa durchzuführen, und deren Bewohner aufgefordert, diese unverzüglich zu verlassen.
In einer Erklärung forderte der Sprecher der israelischen Armee alle Bewohner dieser Dörfer auf, sich in offene Gebiete zu begeben, die mindestens 1.000 Meter entfernt sind.
Der libanesische Ministerpräsident Salam erklärte kurz zuvor, dass das auch von Washington forcierte Waffenstillstandsabkommen noch nicht vollständig umgesetzt worden sei, da die Kämpfe zwischen der Hisbollah und Israel im Süden des Landes weitergehen.
16:40 Uhr
Explosion und Brand auf südkoreanischem Schiff in der Straße von Hormus
Ein Sprecher der südkoreanischen Reederei HMM teilte Reuters mit, dass im Maschinenraum eines Massengutfrachters am Montag ein Brand gemeldet wurde und die Ursache derzeit untersucht wird.
Auch das südkoreanische Außenministerium berichtete von einer Explosion und einem Brand auf dem Schiff, auf dem sich zum Zeitpunkt des Vorfalls 24 Besatzungsmitglieder befanden – 18 Ausländer und sechs Südkoreaner.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.