Nahost

Liveticker Iran-Krieg – Medien: Iran greift Luftwaffenstützpunkt in Kuwait an

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
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  • 30.05.2026 17:42 Uhr

    17:42 Uhr

    Medien: Iran greift Luftwaffenstützpunkt in Kuwait an

    Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine anonyme Quelle heute berichtete, erfolgte kürzlich ein iranischer Raketenangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Kuwait. Das Land ist ein enger Verbündeter der Vereinigten Staaten. 

    Bei der Attacke wurden einige US-Amerikaner leicht verletzt. Zugleich sollen zwei Kampfdrohnen des Typs MQ-9-Reaper im Wert von bis zu 40 Millionen US-Dollar schwer beschädigt worden sein. Eine der Drohnen ist vollkommen zerstört.

    Bei der in den kuwaitischen Luftraum eindringenden Rakete soll es sich um eine Fateh-110, eine Kurzstreckenrakete, gehandelt haben. Die kuwaitische Luftabwehr fing die Rakete zwar ab, die herabfallenden Trümmer trafen jedoch den Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem und richteten die oben geschilderten Schäden an. 

    Das US Central Command nahm zu der Meldung nicht Stellung.

  • 13:10 Uhr

    Nach Hisbollah-Attacken – IDF greift massiv Südlibanon an

    Israelischen Medienberichten zufolge sollen Hisbollah-Einheiten Ziele in Israel attackiert haben. So heißt es bei der Times of Israel:

    "In der vergangenen Nacht wurden etwa 15 Raketen auf den Norden Israels abgefeuert, wobei die meisten abgefangen wurden."

    Die IDF-Pressestelle hatte dabei zuvor am Freitag erneut die Bevölkerung südlibanesischer Ortschaften davor gewarnt, dass die jeweilige Region mit Luftangriffen zu rechnen habe. So wurden laut arabischen Medien in der Stadt Dibbine im Bezirk Marjayoun drei Luftangriffe durchgeführt, zuvor erfolgten Angriffe auf mehrerer Dörfer der Region und auf Vorstädte Beiruts.

    Die israelische Armee hat am Samstag dann die Bewohner von sieben Dörfern im Süden des Libanons zur sofortigen Evakuierung aufgerufen.

    Die UNO teilte dazu gestern in einer Mitteilung mit, dass laut Schätzungen und Angaben der libanesischen Behörden trotz eines geltenden Waffenstillstands allein "in den vergangenen sieben Tagen im Libanon 15 Kinder getötet und 62 verletzt wurden".

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte laut dem Webportal Naharnet ergänzend mit, dass "seit dem Inkrafttreten des Waffenstillstands am 17. April in der Zeit bis zum 22. Mai 1.774 Verletzte und 608 Todesfälle" im Libanon zu bedauern seien.

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Freitag, dass israelische Streitkräfte auf seine Anordnung hin den libanesischen Litani-Fluss überquert hätten, der etwa 30 Kilometer nördlich der Grenze verläuft, um das Gebiet wie von Jerusalem angekündigt militärisch unter Kontrolle zu bringen.

    Israel hat in den letzten Wochen mehrere Brücken über den Litani bombardiert – wodurch das Gebiet südlich des Flusses praktisch vom Rest Libanons abgeschnitten wurde.

  • 09:20 Uhr

    Teheran: "Wir haben uns vor 47 Jahren von der Sprache des 'Müssens' verabschiedet"

    Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, äußerte sich am Freitagabend im Rahmen eines Telefoninterviews in der Staatsfernsehsendung "Be Vaqt-e Iran" zum aktuellen Stand der indirekten Kontakte zwischen Teheran und Washington sowie zu den jüngsten Äußerungen seitens der Trump-Administration.

    Beide Seiten würden weiterhin "Botschaften austauschen, dabei jedoch keine endgültige Einigung erzielen können", so Baghai, zitiert von der Nachrichtenagentur IRNA.

    Der Sprecher betonte nachdrücklich die Wahrnehmungen Teherans zum Thema westlicher Forderungen und Empfehlungen, um zu Protokoll zu geben:

    "Keine der westlichen Parteien darf, wenn sie über die Islamische Republik Iran spricht, die Sprache des 'Müssens' verwenden. Wir treffen unsere eigenen Entscheidungen auf der Grundlage der Interessen und Rechte der iranischen Nation."

    Baghai erklärte final zu diesem Punkt, bezogen auf den militärisch erzwungenen Machtwechsel im Jahr 1979, dem Sturz des US-geförderten Reza Schah Pahlavi:

    "Vor 47 Jahren haben wir uns von der Sprache des 'Müssens' verabschiedet."

    Laut IRNA-Zusammenfassung bezeichnete Baghai die militärische Maßnahme der US-Seeblockade "von vornherein als rechtswidrig und erklärte, sie verstoße gegen den Waffenstillstand und beeinträchtige die Freiheit der internationalen Schifffahrt".

    Weitere Ausführungen lauteten, dass die Straße von Hormus weiterhin "für feindliche und militärische Schiffe gesperrt" bleibe, während Handelsschiffe die Wasserstraße in Abstimmung mit iranischen Seefahrtsbehörden "weiterhin passieren dürften".

    Was die künftige Verwaltung der strategisch wichtigen Meerenge angehe, sei dies in der Wahrnehmung Teherans eine reine "Angelegenheit der Anrainerstaaten Iran und Oman".

  • 08:40 Uhr

    US-Kriegsminister Hegseth droht Teheran 

    US-Kriegsminister Pete Hegseth hat bei einer großen Sicherheitskonferenz in Singapur Teheran wegen der stockenden Verhandlungen im Iran-Konflikt unmissverständlich verbal gedroht.

    Das Pentagon, das seit September des Vorjahres nach Anordnung von US-Präsident Trump offizielles US-Kriegsministerium ist, ist laut Hegseths Wahrnehmung jederzeit bereit, die Angriffe auf Iran wieder aufzunehmen, so die Ausführungen beim Shangri-La-Dialog, Asiens führendem Forum für Verteidigungschefs, Militärs und Diplomaten.

    Dies geschehe jedoch nur, wenn keine finale Einigung im Atomstreit erzielt werden sollte. "Unsere Fähigkeit, bei Bedarf neu anzufangen … dazu sind wir mehr als fähig", so Hegseth in Singapur laut Agenturmeldungen.

    Die USA hätten "mehr als ausreichende" Waffenbestände in den Lagern, "sowohl vor Ort als auch weltweit". Hegseth betonte mit Blick auf Teheran: "Wir sind also in einer sehr guten Position."

  • 29.05.2026 21:58 Uhr

    21:58 Uhr

    Iran: Luftabwehr über der Insel Qeschm im Einsatz – Drohne abgeschossen?

    Auf der Insel Qeschm, die im Gebiet der Straße von Hormus und des Persischen Golfs im Süden Irans liegt, soll die Luftabwehr aktiv geworden sein.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim wurde in der Nähe der Insel eine Drohne abgeschossen.

    Wie auch von der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf die iranische Agentur Mehr gemeldet wird, seien auf der Insel Qeschm, die südlich Irans im Persischen Golf und im Bereich der Straße von Hormus liegt, die Luftabwehrsysteme aktiviert worden.

    In dem Bericht heißt es dazu weiter: "Am Freitagabend meldeten Anwohner Geräusche von Luftabwehrsystemen auf der Insel Qeschm." Einschränkend habe die Agentur jedoch hinzugefügt, dass die Gründe für den Einsatz der iranischen Luftabwehr bislang unbekannt seien. 

    Tasnim bleibe jedoch bei der Darstellung, dass eine Drohne von der iranischen Luftabwehr abgeschossen worden sei.

  • 20:33 Uhr

    US-iranisches Tauziehen um Memorandum: Teheran widerspricht Washington und pocht auf Einbeziehung des Libanon in Abmachungen

    Am Abend berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf gut informierte Quellen, dass Teheran bestätigt habe, die Straße von Hormus entsprechend den zuvor getroffenen Vereinbarungen wieder  zu öffnen. Bedingung dafür sei jedoch, die Aufhebung der US-Blockade gegen Iran. 

    Weiter heißt es in demselben Agenturbericht, dass die iranische Seite weiterhin die Überwachung und Inspektion von Schiffen sowie die Erbringung von Dienstleistungen und die Gewährleistung von Schutz und Sicherheit der Meerenge als ihr Recht und ihre Aufgabe betrachte.

    Der Meldung aus Teheran zufolge sei die Behauptung des US-Präsidenten, Iran werde sein Nuklearmaterial abbauen oder vernichten, "völlig falsch", und es gäbe in dem erarbeiteten Memorandum keinerlei Grundlage für ein solches Vorgehen des Iran.

    Zudem hätten gut informierte Kreise darauf verwiesen, dass eine der wichtigsten Klauseln des Abkommens zwischen Washington und Teheran von Trump ignoriert worden sei. Der US-Präsident verweigere die sofortige Freigabe von 12 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen iranischen  Vermögenswerten. Auch TASS bestätigt die iranische Darstellung in diesem Punkt: "Dem Wortlaut des Abkommens zufolge muss dieser Betrag unverzüglich ausgezahlt werden, und solange diese Zahlung nicht erfolgt ist, wird Iran keine weiteren Verhandlungen aufnehmen."

    Schließlich habe, so Fars, die iranische Seite nochmals betont, dass Trump eine der zentralen Klauseln des Übereinkommens übergangen habe. Demnach sei ein eines vollständiger Waffenstillstand auch im Libanon – entsprechend den Forderungen der Hisbollah – verabredet worden.

  • 15:15 Uhr

    IRGC: 24 Schiffe passierten Straße von Hormus binnen 24 Stunden

    Die Iranische Revolutionsgarde (IRGC) hat mitgeteilt, dass in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 24 Schiffe die Straße von Hormus in Abstimmung mit iranischen Behörden passiert hätten.

    Laut einer von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Erklärung der Marineeinheit der Revolutionsgarde darf täglich eine begrenzte Zahl von Schiffen über festgelegte Routen die strategisch wichtige Wasserstraße durchqueren, um "Überlastungen zu vermeiden".

    Am Vortag hatte die IRGC erklärt, innerhalb von 24 Stunden hätten bereits 26 Handelsschiffe die Straße von Hormus passiert.

    Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch die nur wenige Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports transportiert. Nach Schätzungen passiert normalerweise rund ein Fünftel des globalen Ölhandels die Wasserstraße.

    Im Zuge der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran hatte Teheran die Passage zeitweise eingeschränkt und die Durchfahrt stärker kontrolliert. Die Iranische Revolutionsgarde koordiniert derzeit die Schiffsbewegungen und lässt nur eine begrenzte Zahl von Schiffen pro Tag passieren.

  • 15:00 Uhr

    Iran: Zugeständnisse werden "mit Raketen" erzwungen

    Der iranische Parlamentspräsident und an den Verhandlungen mit den USA beteiligte Unterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf hat erklärt, Iran erzwinge Zugeständnisse "nicht durch Dialoge, sondern mit Raketen".

    "In Verhandlungen sorgen wir lediglich dafür, dass die Gegenseite das versteht", sagte Ghalibaf. Zudem betonte er, Teheran vertraue "weder Garantien noch Worten – allein Taten zählen". Kein Schritt werde unternommen, bevor nicht die andere Seite handle.

    Weiter erklärte er: "Der Gewinner jeder Vereinbarung ist derjenige, der ab dem nächsten Tag besser auf einen Krieg vorbereitet ist."

    Die Aussagen fallen in eine Phase sensibler Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über eine mögliche Verlängerung der Waffenruhe sowie über das iranische Atomprogramm.

  • 13:30 Uhr

    Iran lehnt Verlagerung von Uran ins Ausland ab – Streitpunkt in US-Verhandlungen

    Der iranische Politiker Ebrahim Azizi hat erklärt, dass Iran seine Vorräte an angereichertem Uran nicht ins Ausland transferieren werde. Dies berichtete die iranische Mizan News Agency unter Berufung auf russische Staatsmedien.

    Azizi sagte dem russischen Nachrichtenportal RIA Nowosti zufolge, Teheran habe "nicht die Absicht, sein angereichertes Uran in ein Drittland zu überführen", wie Mizan am Freitag berichtete.

    Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran sollen sich Berichten zufolge einem Abkommen über eine Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus nähern. Offen bleibt jedoch weiterhin die Frage des Umgangs mit Irans Uranvorräten, die als zentraler Streitpunkt gelten.

    Im Fokus stehen dabei rund 1.000 Pfund Uran, das bis zu 60 Prozent angereichert ist. Iran hat wiederholt erklärt, nicht auf sein Nuklearmaterial verzichten zu wollen, betont jedoch zugleich, keine Atomwaffen anzustreben.

    US-Vizepräsident JD Vance sagte, es sei noch unklar, ob Präsident Donald Trump ein vorläufiges Memorandum unterzeichnen werde. Beide Seiten verhandelten weiterhin über einzelne Formulierungen und zentrale Punkte des Atomprogramms.

    Trump hatte Anfang des Monats mit dem Einsatz von Gewalt gedroht, falls keine Einigung erzielt werde, um das Uran notfalls zu sichern. Laut CNN wurden bereits im März militärische Optionen geprüft, die einen Einsatz von Spezialkräften in der Anlage von Isfahan vorsahen – verbunden mit erheblichen Risiken und potenziell hohen Verlusten.

  • 13:00 Uhr

    Israel will Kontrolle über Gazastreifen auf 70 Prozent ausweiten

    Israel will seine militärische Kontrolle über den Gazastreifen weiter ausweiten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte in einer Rede, die Armee kontrolliere derzeit rund 60 Prozent des Gebiets. Seine Anweisung laute, diesen Anteil auf 70 Prozent zu erhöhen.

    Auf den Zwischenruf eines Zuhörers, Israel solle gleich 100 Prozent einnehmen, entgegnete Netanjahu laut der Times of Israel, man gehe "Schritt für Schritt" vor – zunächst auf 70 Prozent. Damit beginne man nun.

    Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der von den USA vermittelten Waffenruhe im Oktober 2025 hatte der israelische Kontrollbereich noch etwa 53 Prozent der Fläche umfasst. Der Gazastreifen ist rund 365 Quadratkilometer groß und damit etwa so groß wie München oder Bremen.

    Israel und die Hamas werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Die Hamas fordert einen vollständigen Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen, lehnt jedoch eine überprüfbare Entwaffnung sowie einen zivilen Übergang der Verwaltung ab.

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