Kann ein Panzer heiliger klingen? Russland verleiht "Terminator" neuen Namen (VIDEO)

Spirituelle Bedeutung, militärischer Slang und tiefe russische Wurzeln: Die Armee präsentiert ihr neues Flaggschiff für urbane Gefechte – mit Segen. Mit der Umbenennung des BMPT "Terminator" in "Spiridon" soll zugleich die Abkehr von westlich geprägten Bezeichnungen unterstrichen werden.

Russland hat den BMPT "Terminator", ein spezialisiertes gepanzertes Fahrzeug zur Unterstützung von Panzeroperationen, in "Spiridon" umbenannt. Damit soll die Verbindung zu der Hollywood-Filmreihe gelöst werden.

Das Schützenpanzer-Fahrzeug verfügt über einen Panzerschutz auf Kampfpanzerniveau und eine breite Palette schwerer Waffen. Es wurde entwickelt, um im urbanen Gefecht zu bestehen, wo Kampfpanzer ihren Vorteil durch ihre Reichweite verlieren können, während normale Schützenpanzer oft nicht ausreichend gepanzert sind.

Die bevorstehende Umbenennung wurde am Dienstag vom Omsktransmasch-Werk angekündigt, einem schweren Maschinenbauunternehmen, das als Zulieferer für den Haupthersteller russischer Panzerfahrzeuge, Uralwagonsawod, tätig ist. Ende 2025 wurde eine Kampagne zur Namensfindung gestartet, bei der über 2.000 Vorschläge eingingen.

"Heute sind sich Gesellschaft und Armee einig, dass wir uns von ausländischen Namen verabschieden sollten. Unsere Panzer haben ihren eigenen russischen Charakter. Und unsere Geschichte hat mehr Helden als westliche Filme", erklärte ein Sprecher des Werks. Uralwagonsawod bestätigte später die Namensänderung.

Spiridon ist ein traditioneller russischer Männername griechischen Ursprungs, der heute vor allem unter orthodoxen Geistlichen erhalten geblieben ist. Spiridon von Trimythontos war ein vorschismatischer christlicher Heiliger, der sowohl in der östlichen als auch in der westlichen Tradition verehrt wird. Spiridon von Petschersk war ein russischer Heiliger des 12. Jahrhunderts, der im Kiewer Höhlenkloster als Mönch lebte und dort begraben liegt.

Omsktransmasch teilte mit, dass sich "Spiridon" als bevorzugte Wahl durchgesetzt habe – wegen der spirituellen Assoziationen und weil der Name von einem griechischen Wort für "Kasten" abgeleitet ist, was an den russischen Militärjargon für gepanzerte Fahrzeuge erinnert.

Eine Tradition des militärischen Humors

Die russische Armee vergibt ihren Waffen häufig historische oder geografische Namen, wählt aber manchmal auch humorvolle Bezeichnungen.

Das Lasersystem Pereswet etwa wurde nach einem Krieger-Mönch benannt, der in der Schlacht von Kulikowo kämpfte – einem entscheidenden Ereignis für die Wiedererstarkung des russischen Staates nach Jahrhunderten der Zersplitterung unter mongolischer Herrschaft.

Zu den augenzwinkernden Traditionen gehört die Gewohnheit, schwere Artilleriesysteme nach Blumen zu benennen – je zerstörerischer die Waffe, desto sanfter der Blumenvergleich.

Das TOS-1-Flammenwerfer-Raketensystem trägt den Spitznamen Buratino nach der sowjetischen Adaption des Märchens "Pinocchio". Weitere Beispiele sind eine Autokanone mit dem Spitznamen "kleine Ballerina", eine Panzerabwehrrakete namens "Mädchen" und ein Artillerie-Leitsystem, das als "Zoo" bekannt ist.

Mehr zum Thema ‒ Liveticker Ukraine-Krieg